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Die Ursache für die dramatische Krise, die seit Anfang Januar den Euro auf Talfahrt geschickt und dem Dollar in gleichem Maße Aufwind verschafft hat, ist nicht einfach das Finanzproblem Griechenlands. Die Krise ist vielmehr das Resultat eines Komplotts und geheimer Absprachen zwischen einigen der mächtigsten Spekulanten an der Wall Street – zweifellos mit stillschweigender Rückendeckung durch das US-Finanzministerium. Das Ziel ist, den Dollar in dieser schwierigen Zeit dadurch zu retten, dass der Euro, die einzige Währung, die als alternative Reservewährung in Frage käme, geschwächt wird.

Die mächtigsten und einflussreichsten Hedge-Fonds- und Finanzplayer der Welt haben sich zu Beginn der gegenwärtigen »Griechenland-Krise« in New York hinter verschlossenen Türen versammelt, um über massive spekulative Angriffe auf den Euro zu beraten. Die mächtigsten Finanzfirmen haben sich offenbar darauf geeinigt, Finanzderivate wie die berüchtigten Credit Default Swaps (Kreditausfallversicherungen für Anleihen) einzusetzen, um den spekulativen Druck auf den Euro zu richten bzw. den Druck zu verstärken.

Im Dezember wurde der Euro noch mit 1,51 Dollar gehandelt, heute steht er bei ungefähr 1,35 Dollar. Mit einem täglichen Handelsvolumen von mindestens 1,2 Billionen Dollar stellt der Euro einen sehr großen Markt dar. Die New Yorker Hedge-Fonds haben in einem sehr verwundbaren Moment zugeschlagen, als die Nachrichten über das griechische Haushaltsdefizit die Finanzmärkte schockierten. Der Angriff auf den Euro ging mit einer Flut höchst willkommener Berichte in den amerikanischen und britischen Medien über das unmittelbar bevorstehende Auseinanderbrechen der EU und des Euro einher. Die Hedge-Fonds setzten Fremdkapital in enormer Höhe ein – oftmals das 20-Fache des eigenen Einsatzes gegen den Euro. Dabei haben sie auch ein Vielfaches verdient: manchmal Gewinne in Höhe von 100 Prozent innerhalb weniger Tage, mit geborgtem Geld.

Wall-Street-Insider George Soros begann seinen Propaganda-Angriff auf den Euro in Davos, nur Tage nach einem Geheimtreffen in New York.

An dem New Yorker Geheimtreffen, über das das Wall Street Journal in der Ausgabe vom 26. Februar berichtet, nahmen neben dem Milliardär und Hedge-Fonds-Spekulanten George Soros vom 27 Milliarden Dollar schweren Soros-Fund-Management auch Vertreter von SAC Capital Advisors LP, Greenlight Capital und andere nicht namentlich Genannte teil. Sie einigten sich auf ein konzertiertes Vorgehen gegen den Euro, wobei die griechische Finanzkrise als Hebel benutzt wurde, um dem Ganzen Glaubwürdigkeit zu verleihen.

Am 3. Februar habe ich meinem Artikel »Washingtons Währungskrieg gegen den Euro« (erschienen in KOPP Exklusiv, Ausgabe 06/2010) dargelegt, wie sich derselbe George Soros beim Weltwirtschaftsforum in Davos für die geplante Zusammenarbeit bei dem Angriff auf den Euro ausgesprochen hat. Gegenüber der Presse erklärte er damals, es gebe keine »attraktive Alternative« zum Dollar – de facto ein Signal für eine Attacke auf den Euro, den viele noch vor einem halben Jahr als Alternative zum Dollar als Weltwährung betrachtet hatten. Soros unterstrich, die »Probleme« des Euro machten ihn als Ersatz-Reservewährung untauglich.

Soros’ abfälligen Bemerkungen schloss sich der prominente New Yorker Wirtschaftswissenschaftler Nouriel Roubini an, der behauptete, die Haushaltsschwierigkeiten in Europa führten zu dem »wachsenden Risiko« der Aufspaltung der Einheitswährung: »Nicht in diesem oder in den nächsten zwei Jahren, aber irgendwann könnte die Währungsunion zerbrechen.« Bezeichnenderweise unterhalten sowohl Roubini als auch Soros enge Verbindungen zur Regierung Obama. Soros gehörte zu den ersten Spendern für Obamas Wahlkampf und Roubini ist mit Finanzminister Timothy Geithner gut befreundet.

Konzertierte Finanzattacken auf den Euro haben dem Dollar in einem kritischen Moment Aufwind verschafft.

Um den Druck auf den Euro aufrechtzuerhalten, schrieb Soros am 22. Februar einen Kommentar in der Londoner Financial Times, der bekanntesten Finanzzeitung der Welt. Dort erklärte er: »Auch wenn Griechenland überlebt, die Zukunft des Euro ist nach wie vor unsicher.«

Die nun enthüllten Einzelheiten über das New Yorker Geheimtreffen der Hedge-Fonds, bei dem die Attacke auf den Euro geplant wurde, bestätigen erneut, was ich bereits in meinem Buch Der Untergang des Dollar-Imperiums beschrieben habe: die Kräfte des Money Trust von der Wall Street greifen zu jedem nur erdenklichen Mittel, um ihre Macht zu verteidigen. Die Höhe der Verschuldung der USA und das Ausmaß der Krise sind so gewaltig, dass es für die Regierung Obama immer schwerer wird, den Mythos der »Green Shoots«, des Aufschwungs, aufrechtzuerhalten.

Auch Goldman Sachs maßgeblich beteiligt

Die politisch einflussreiche Wall-Street-Bank Goldman Sachs, die seit dem Beitritt Griechenlands zum Euro im Jahr 2001 an den dortigen Finanzmanipulationen beteiligt war, hat bei der jüngsten Krise ebenfalls die Hand im Spiel. Am 29. Januar trafen sich Vertreter von Goldman Sachs zusammen mit einigen anderen führenden Wall-Street-Firmen in Griechenland mit dem stellvertretenden Finanzminister und Vertretern der griechischen Nationalbank. Soros’ Hedge-Fonds-Attacke begann nur wenige Tage später.

Laut dem Bericht im Wall Street Journal haben Goldman Sachs, die Bank of America und die Londoner Barcley’s Bank gemeinsam mit Soros und den Hedge-Fonds Wetten gegen den Euro abgeschlossen, während Goldman Sachs gleichzeitig als Berater für die Regierung Papandreou tätig ist, ein offensichtlicher Interessenkonflikt.

Die Asien-Krise und die Krise um das britische Pfund und die EWU

Das Vorgehen der Hedge-Fonds beim Angriff auf den Euro folgt der Strategie finanzieller Kriegsführung, die Soros und andere Hedge-Fonds bereits in der Vergangenheit verfolgt haben. Soros hat 1992 mit Spekulationen gegen das britische Pfund Sterling nach eigenen Angaben eine Milliarde Dollar Gewinn gemacht – wobei Marktkenner überzeugt sind, dass damals Insider-Informationen eine Rolle gespielt haben – und die britische Regierung gezwungen, Pläne für einen Beitritt zum damals entstehenden Euro fallenzulassen. Wären Großbritannien und die mächtigen Finanzquellen der Londoner City der neuen Eurozone beigetreten, hätte das, wie viele an der Wall Street und in Washington insgeheim befürchteten, möglicherweise das Ende des Dollar als Weltreservewährung bedeutet. Die Tatsache, dass der Dollar als Weltreservewährung agiert, bildet neben dem Pentagon eine der beiden Säulen der amerikanischen Vormachtstellung in der Welt. Verlöre der Dollar diese Position, dann stünde die Zukunft des Amerikanischen Jahrhunderts, die Rolle als alleinige Supermacht, auf dem Spiel.

Ähnlich war die Lage 1997, als ein konzertierter Angriff von Hedge-Fonds, erneut unter Führung von George Soros, einen Angriff auf die Währungen und die Wirtschaft der asiatischen »Tigerstaaten« lancierte. Korea, Indonesien, die Philippinen und Malaysia, damals nachhaltige, von amerikanischer Einmischung unabhängige Volkswirtschaften, wurden durch die Attacke de facto zu Käufern amerikanischer Schulden, weil die Länder in Asien verzweifelt versuchten, sich gegen weitere Angriffe zu schützen. Wie die Sterling-Krise von 1992, so hat auch die Asienkrise von 1997–1998 den schwächelnden Dollar einige Jahre länger am Leben erhalten.

Angesichts der sich verschärfenden Depression in den USA und des Ausmaßes der Bankenprobleme, die von Tag zu Tag schwerer werden, ist die Zukunft des Dollars mehr bedroht denn je. Aus diesem Grund dramatisieren einflussreiche Kreise an der Wall Street, der Federal Reserve und im US-Finanzministerium die relativ überschaubare Krise in Griechenland zum übertriebenen Bild eines »Zusammenbruchs der EU«, weil sie hoffen, damit für ausländische Zentralbanken den Euro als Alternative zum Dollar unattraktiv zu machen. Damit soll nicht gesagt sein, der Euro und der Vertrag von Maastricht seien ein Modell einer gesunden Alternative zu den Problemen der Dollar-Zone. Sie sind alles andere als das. Es soll nur gezeigt werden, welcher geopolitische Machtkampf hinter den Kulissen tobt, um das Sinken der Dollar-Titanic zu verhindern.

ORIGINAL: http://info.kopp-verlag.de/news/geheimtreffen-in-new-york-attacke-auf-den-euro-um-den-dollar-zu-staerken.html

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Wir warten auf die Zündung

Rund 600 Billionen Dollar sind nominal angehäuft in Form von Derivaten, Finanzprodukten, die herzlich wenig damit zu tun haben worum es in der Realwirtschaft geht – Bedarfsdeckung mit Realgütern zur Lebenserleichterung. Die Derivate sind Wetten, Teil der Fiwi (Finanzwirtschaft.)
Es amüsiert, dass das Damoklesschwert von 600 Billionen $ Spielschulden über den Köpfen der Normalmenschen hängt während in Deutschland Sportwetten im Internet verboten wurden. Aberwitzig.
Die Schätzungen der Derivate schwanken im Bereich zwischen 600 und 700 Billionen. Die große Mehrheit davon – 437 Billionen $ – sind verkettet mit Wetten auf Zinszahlungen von Staaten. In einer Note an Anleger berichtet der Leiter eines Funds dass so ziemlich jedes beliebige kleine Ereignis ausreichen kann um eine Kettenreaktion in Gang zu setzen die das Gebirge der 600 Billionen $ zerrüttet. Wohlgemerkt: Ein kleines Ereignis.

New York Post:

Greece’s hidden debt soaring

Gordon Long, founder of a private venture-capital fund, said in an investor note that there is more than $600 trillion in notational value in the global derivative market, with $437 trillion of it tied to interest rate swaps.

“Any credit event could trigger a cascading event,” Long wrote in the report. “It does not have to be default; it could be a downgrade in swap contracts that would do the trick for a collateral call. Something is going to cause it to topple, whether it’s a situation in Dubai, Greece or New Jersey.”

With this as a backdrop, is it any wonder that the US dollar has been on a strong run since last November against the euro and the British pound? Also, gold versus the euro has risen 16 percent in the same time frame.

Major investors also have a record number of future bets that the euro will depreciate against the dollar over the short term.

Im Artikel der New York Post wird endlich mal wieder Tacheles geredet: Es geht darum private Schulden zu sozialisieren. Auf Deutsch: Schulden von Privatleuten der Allgemeinheit, dem Volk aufzubürden. Testfall dafür ist Island. In Island haben Privatbanken pleitegemacht. Dumme Anleger aus England und Holland hatten dort Geld hingegeben weil diese Privatbanken hohe Zinsen boten. Die Anleger waren dämlich weil sie den jahrtausendjahrealten römischen Satz “Caveat emptor” (Der Käufer möge achtgeben) nicht kannten und nicht beherzigten. Als die Banken pleite waren und die privaten Inhaber der Banken ihr eigenes Geld in Sicherheit gebracht hatten und Island verlassen hatten jaulten die dummen Anleger herum. Sie verlangen von dem Volk Islands Ersatz für ihre eigene Doofheit. Sie besitzen die Frechheit von unbeteiligten Dritten nicht nur ihr Geld zu verlangen sondern auch 5% Zinsen. Deutsche Systemmedien berichten immer nur den Ursprungsgeldbetrag. Die Zinsen berichten deutsche Systemmedien nicht. Sie verschweigen, dass aus den 12.000 € pro Kopf wegen der 5% Zinsen rund 20.000 € werden. Islands Volk soll also in die Schuldknechtschaft gehen weil andere pleitemachten und sich absetzten. Ich persönlich sehe in diesem Ansinnen nichts anderes als die Neueinführung der Sklaverei.
Was Island erlebt ist der Test. Nach Island sind andere Länder dran.

New York Post:

Iceland and Dubai are the test studies for how the Europeans may deal with the idea of socializing private debt through public funding.

Schulden Griechenlands
und anderer der GIPSI / PIIGS viel höher als behauptet

Außerdem erfahren wir im Artikel der New York Post, dass und warum die Schulden der PIIGS viel höher sind als uns erzählt wird. Es wird veranschaulicht mit einem Beispiel. Kurz gesagt geht es darum: Griechenland und andere Länder haben Staatsgarantien abgegeben für Privatfirmen. Diese Privatfirmen machten schon Pleite oder sie tun es noch. Somit gehen die Schulden dieser Pleitefirmen auf Griechenland bzw. die anderen Staaten über. Wieder das gleiche Spiel: Gewinne flossen in die Taschen der Privateigentümer der Firmen. Die Schulden der Firmen werden sozialisiert = der Allgemeinheit aufgehalst.

Hier ist konkretes Beispiel für eben beschriebenes Spielchen:

* In 2005, Greece wanted to develop a Mediterranean beachfront location for tourists but didn’t want to float infrastructure bonds to pay for the development because its debt load was over the ceiling threshold set by the EU. So it brought in a Wall Street bank, like Goldman Sachs, which suggested it establish a Special Purpose Vehicle.

* This SPV in essence allowed the public development company to finance the infrastructure project with the Greek government guaranteeing the debt. The project moved forward with no impact on Greece’s credit rating — until the housing economy went south and the developer declared bankruptcy. Greece now has to add the debt to its balance sheet.

Read more: http://www.nypost.com/p/news/business/greece_hidden_debt_soaring_yCcLPXjD1sDbRxgP51ANKJ#ixzz0hZx0N7eV

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