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Hunderte der sogenannten Bunkerbrecherbomben werden von Kalifornien auf den amerikanischen Militärstützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean verschifft, als mögliche Vorbereitung für einen Angriff auf den Iran.

Wie die Zeitung Sunday Herald berichtet, hat die US-Regierung einen Vertrag im Januar unterschrieben, um 10 Schiffscontainer mit Bomben auf die Insel zu bringen.

Laut Frachtpapiere der US Navy beinhaltet die Ladung 387 der sogenannten „Blu“ Bomben, welche zur Zerstörung von verstärkten oder unterirdischen Bauten eingesetzt werden.

Experten sagen, sie werden für einen Angriff auf die iranischen Atomanlagen in Position gebracht.

Die Einzelheiten des Vertrags für die Verschiffung nach Diego Garcia wurden auf einer internationalen Webseite für Ausschreibungen von der US Navy veröffentlicht.

Die Reederei Superior Maritime Services mit Sitz in Florida bekommt 699′000 Dollar, um tausende militärische Gegenstände von Concord in Kalifornien auf die Insel Diego Garcia zu bringen.

Die Fracht beinhaltet unter Anderem 195 smart, guided und Blu-110 Bomben, sowie 192 der massiven 1′000 Kilo Blu-117 Bomben.

Sie bereiten sich auf die völlige Zerstörung des Iran vor,“ sagte Dan Plesch, Direktor des Zentrums für internationale Studien und Diplomatie an der Universität von London, der als Koautor kürzlich eine Studie über die Vorbereitungen eines Angriffs der USA auf den Iran veröffentlichte. „US-Bomber sind heute bereit 10′000 Ziele im Iran innerhalb weniger Stunden zu zerstören,“ fügte er hinzu.

Diego Garcia gehört zu Grossbritannien, aber die Amerikaner haben bis 2016 einen Pachtvertrag mit den Briten abgeschlossen und nutzen die Insel als grosse Militärbasis, mit langer Startbahn für Bomber. 3′700 Mann Besatzung und eine Staffel von B-52 und B-2 Tarnkappenbomber sind dort stationiert. Die Insel liegt 1′000 Meilen südlich von Indien, von dort aus ist der Iran in relativ kurzer Zeit zu erreichen.

Laut britischen Verteidigungsministerium benötigt Washington die Erlaubnis der Briten um Diego Garcia für eine offensive Aktion zu nutzen, wurde aber bereits in den Kriegen 1991 und 2003 gegen Irak als Ausgangspunkt für amerikanische Bombenangriffe verwendet.

Plesch meint, Obama könnte entscheiden, es wäre besser wenn die USA den Angriff durchführt, statt Israel.

Laut Ian Davis, Direktor der unabhängigen Denkfabrik NATO Watch, ist diese Schiffsladung nach Diego Garcia sehr besorgniserregend. „Wir fordern die USA auf ihre Absichten für diese Waffen zu erklären und das Foreign Office ihre Einstellung zur Nutzung von Diego Garcia als Ausgangspunkt für einen Angriff auf den Iran,“ sagte er.

Für den Vorsitzenden der schottischen Kampagne für nukleare Abrüstung (CND), ist diese Enthüllung „extrem besorgniserregend“. Er sagte: „Es ist klar, dass die US-Regierung weiter die Kriegstrommeln gegen den Iran schlägt, wie vor kurzem in einer Aussage durch Aussenministerin Hillary Clinton.

Es ist ähnlich depressiv wie die Rhetorik die wir vor dem Krieg gegen den Irak 2003 hörten.

Übrigens, Diego Garcia ist EU-Territorium, da es zu Grossbritannien gehört. Damit würde ein möglicher Krieg gegen den Iran auch von der EU aus geführt. Realisieren und wissen die EU-Bürger das? Werden sie überhaupt gefragt? Ach so, blöde Frage gell?

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»Beckmann« am 22. Februar 2010: War da was? Eigentlich nicht. Vielleicht bis auf die Kleinigkeit, dass Altbundeskanzler Helmut Schmidt den US-Präsidenten Barack Obama in eine Reihe mit Hitler und Stalin stellte. Skandal? Aufschrei? Nicht doch. Stattdessen eisernes Schweigen. Das Zentralorgan »Spiegel Online« erklärte auch warum: Der darf das!

Man schrieb den 22. Februar 2010. In der Talksendung Beckmann saßen dem Moderator zwei Talkgäste gegenüber. Ein weißhaariger, qualmender Helmut Schmidt im Rollstuhl und der jüdische Historiker Fritz Stern. Beide sollen an diesem Abend von Beckmann ordentlich Publicitiy für ihr politisch korrektes Gesprächsbuch Unser Jahrhundert bekommen. Doch dann wird es plötzlich alles andere als politisch korrekt.

»Es gibt eine Regel bei Diskussionen über aktuelle Themen: die sich jeder Teilnehmer merken sollte«, schrieb einmal der jüdische Journalist Henryk M. Broder: »Wer zuerst Hitler, Nazis, Drittes Reich sagt, hat die Arschkarte gezogen. So einer ist entweder NS-Sympathisant oder – noch schlimmer – er missachtet das 11. Gebot: Du sollst nicht vergleichen!«

Nur ganz besondere Persönlichkeiten können sich über dieses 11. Gebot hinwegsetzen, ja, eigentlich gibt es nur einen Deutschen, bei dem man sich das vorstellen kann. Und das ist der quasi unantastbare Altbundeskanzler Helmut Schmidt, der nun auch noch mit seinem jüdischen Freund im Studio saß.

Was Helmut Schmidt »an der Redeart von Barack Obama« nicht gefalle, wollte Gastgeber Reinhold Beckmann (ARD) wissen.

Darauf Schmidt: »Ich habe nichts gegen die Art der Rede. Aber ich habe erlebt, dass Charismatiker hinterher mehr Unheil gestiftet haben, als sie sich selber vorgestellt haben. Immerhin – Adolf Hitler war auch ein Charismatiker.«

Pause. Beckmann und Stern hat es die Sprache verschlagen. Im Studio und in Millionen von Wohnzimmern konnte man eine Stecknadel fallen hören. Stalin und Mao Tse-Tung seien auch Charismatiker gewesen, sagte Schmidt in die Stille hinein, was die Sache nicht besser, sondern nur noch »schlimmer« machte.

Nur, um das einmal festzuhalten: Der ehemalige und wahrscheinlich beste Bundeskanzler, den Deutschland je hatte (was eine relative Wertung ist, keine absolute), stellte den amerikanischen Präsidenten Obama in eine Reihe mit Massenmördern, die Abermillionen von Menschen auf dem Gewissen haben. Und das sollte man nie vergessen – denn eines ist sicher: unüberlegt oder zufällig hat Helmut Schmidt das bestimmt nicht getan.

Daher lautete die spannende Frage: Wie würden Politik und unsere »Qualitätsmedien« reagieren? Antwort: Man erlebte den Versuch, ein aufflackerndes Feuer durch Brennstoffmangel auszuhungern. Aber eine Sendung, die von Millionen Zuschauern gesehen wurde, kann man doch nicht totschweigen! Oh, doch. Man mag es nicht glauben, aber selbst vor einem Millionenpublikum ausgebreitete Skandale und Sensationen kann man ungeschehen machen, indem man sie einfach nicht wahrnimmt und nicht über sie berichtet.

Nehmen wir an, jemand würde einen riesigen Felsbrocken ins Wasser werfen, und auf dem Wasser würden sich nicht die kleinsten Wellen bilden – wäre das nicht der beste Beweis, dass mit diesem Wasser etwas nicht stimmen kann?

Noch am 7. März 2010, also zwei Wochen später, hatten sich bei Google News nicht mehr als vier Fundstellen für die Suchbegriffe »Schmidt – Obama – Hitler« angesammelt, wobei eine davon gar nichts mit dem Vorfall zu tun hatte und eine weitere nur auf einen unbedeutenden Blog verwies. So total war das Schweigen der Medien, und so total muss die Medienkontrolle demnach bereits funktionieren. Kein Redakteurlein spitzt hierzulande noch den Bleistift, um einfach mal auf eigene Faust drauflos zu schreiben – Gott bewahre!

Stattdessen nahmen sich nur zwei besonders zuverlässige Propagandamedien der Aufgabe an, die Schmidtsche Äußerung wegzuinterpretieren: Welt und Spiegel Online.

Welt Online war die Sache nur einen winzigen »Einspalter« wert. Fazit des dünnen Artikelchens: »Gewiss, als Altkanzler darf man, ja muss man auch hin und wieder anecken. Aber das geht dann doch zu weit.«

Puh – schrecklich! Hat der Schmidt da eins auf die Mütze gekriegt …!

Ausführlich erklärt uns nur Spiegel Online, warum wir uns über diesen Vergleich ausnahmsweise mal nicht aufregen müssen – keine Welle der gespielten Empörung, keine Forderung nach Entschuldigung, ein Rücktritt kam sowieso nicht in Frage. Stattdessen hieß das Motto: Simsalabim – »wenn Schmidt Obama mit Hitler vergleicht, braucht man sich nicht aufzuregen«. Donnerwetter – und warum nicht? »Man weiß, wie er es meint.« Achso – und wie meint er das, wenn er es nicht genauso gemeint hat, wie er es gesagt hat? Antwort: Schmidt sei »ein gebranntes Kind des 20. Jahrhunderts«, »ein Verführter mit deutschem Pflichtgefühl«. Seine Botschaft sei »die große Ernüchterung: Nie wieder glauben, schon gar nicht an irgendeine innerweltliche Erlösung. Selbst die Sehnsucht danach macht ihn misstrauisch.«

Aha – so ist das also. Na, Gott sei Dank. Aber weil wir schon mal dabei sind, hätten wir in einer »lebendigen Demokratie« doch mal darüber diskutieren können, ob und welche Gemeinsamkeiten es zwischen Hitler, Obama und Stalin gibt. Eine Diskussion unter »Souveränen« sozusagen. Das Verbot, das Dritte Reich oder Hitler als Vergleichsmaßstab heranzuziehen bedeutet schließlich, neuen faschistischen Entwicklungen hilflos ausgeliefert zu sein. Denn wenn man diesen Negativmaßstab nicht anwenden kann, kann man natürlich auch nur schwer neue totalitäre Entwicklungen oder Persönlichkeiten entdecken.

Dass jemand, der gegen dieses »11. Gebot« verstößt, medial normalerweise gnadenlos hingerichtet wird, erweckt den Eindruck, als seien Ähnlichkeiten zwischen unserer heutigen Gegenwart und dem Dritten Reich ein streng gehütetes Geheimnis, über das man auf keinen Fall reden darf. Was eigentlich nur heißen kann, dass wir dem Dritten Reich schon gefährlich nahe gekommen sein müssen. Aber solche Diskussionen und Vergleiche sind (für alle anderen außer Schmidt) selbstverständlich verboten. Schon wieder.

ORIGINAL: http://info.kopp-verlag.de/news/altbundeskanzler-helmut-schmidt-vergleicht-obama-mit-hitler.html

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